Vom Morgenlicht bis zum Abendgast

Conny Brawand, SAC Hüttenwartin

Willkommen in der Bäregghütte

Ein Tag auf der Bäregghütte beginnt für mich mit dem Blick aus dem Fenster und endet spät nach dem letzten Gast. Dazwischen liegen Bestellungen, Küchenarbeit, Begegnungen mit Wandernden und eine tolle Aussicht, an der ich mich auch nach sechs Bergsommern nicht satt sehe. Aber wie sieht ein Tag aus, wenn der Berg das Programm vorgibt?

Der Tag beginnt mit dem Wetter

Wenn ich am Morgen auf der Bäregghütte aufwache, höre ich nur das leise Bimmeln der Glöckchen unserer Bergschafe. Hier oben in den Bergen, auf rund 1'775 Meter über Meer in den Tag zu starten, ist für mich etwas Besonderes. Mein erster Blick geht nach draussen. Wie sieht das Wetter aus? Bleibt es trocken? Ziehen Wolken auf? Und wie viele Wandernde werden heute wohl bei uns vorbeikommen?.

Das Wetter ist nicht nur Teil der Aussicht. Es beeinflusst den gesamten Hüttenbetrieb. Bei schönem Wetter kann es schnell lebhaft werden, bei Sturm nimmt der Tag einen völlig anderen Verlauf. Viel Zeit zum Verweilen bleibt am Morgen nicht. Ich kontrolliere die Vorräte und bereite in der Küche das Mise en Place für den Brunch vor. Haben Gäste bei uns übernachtet, beginnt der Betrieb bereits, bevor die ersten Tagesgäste die Bäregghütte erreichen.

Bestellen, bevor etwas fehlt

Was im Tal mit einem kurzen Gang ins Geschäft erledigt wäre, muss ich hier oben frühzeitig planen. Lebensmittel, Getränke und anderes Material sollen bereitstehen, bevor sie gebraucht werden. Ich kontrolliere die Bestände, plane die nächsten Tage und organisiere jeden Freitag die Warenlieferungen, die per Helikopter gemacht werden. Auch administrative Arbeiten gehören dazu, obwohl unsere Gäste davon kaum etwas mitbekommen. Wie viel wir benötigen, lässt sich nicht immer genau vorhersagen. Das hängt stark vom Wetter und von der Anzahl Gäste ab. Deshalb ist Vorausdenken ein wichtiger Teil meiner Arbeit.

Hüttenwartin der Bäregghütte SAC
Conny Brawand
«Man muss das richtige Material bestellen und sicherstellen, dass alles geliefert wird»

Die ersten Gäste treffen ein

Im Verlauf des Vormittags kommen die ersten Wandernden an. Einige möchten nur kurz etwas trinken, andere bestellen eine Mahlzeit oder setzen sich für eine längere Pause hin. Dann bin ich Gastgeberin, Organisatorin und Ansprechpartnerin zugleich. Gemeinsam mit dem Team, unserer Bäregg-Familie, möchte ich dafür sorgen, dass sich alle willkommen fühlen.

Hüttenwartin der Bäregghütte SAC
Conny Brawand
«Viele Gäste fragen, wie das Essen hierherkommt. Das ist wohl die am häufigsten gestellte Frage.»

Der Kontakt mit den Menschen gehört für mich zu den schönsten Seiten dieser Arbeit. Gegen Herbst besuchen uns viele Gäste aus der Schweiz, während der Gästemix in der übrigen Saison international ist. Auch Gleitschirmfliegende machen bei uns Halt. Gelegentlich ziehen Wandernde über den hochalpinen Weg weiter zur Schreckhornhütte.

Wenn alles gleichzeitig passiert

Gegen Mittag wird es häufig lebhafter. In der Küche wird vorbereitet und serviert, im Gastraum werden Bestellungen aufgenommen und draussen treffen immer wieder neue Wandernde ein. Einen festen Ablauf gibt es in solchen Momenten kaum. Ich kümmere mich um das, was gerade ansteht. Ist etwas leer, muss es aufgefüllt werden. Verlässt ein Gast die Hütte, wird der Platz für die Nächsten vorbereitet. Dazwischen warten vielleicht eine Bestellung oder eine administrative Aufgabe. Das Team hilft, die Hütte instand zu halten und nimmt mir Arbeit ab. Neben den Hüttentätigkeiten habe ich auch noch meine halbjährige Tochter Elin, die mit mir hier oben ist.

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Bäregghütte SAC Grindelwald

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Story und analoge Fotos: Sina Fuchser
Sommer 2026

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